Nachrichtenblatt Dezember 2008

Liebe Verwandte !
Beim Familientag vom 19. bis 21. September 2008 mit dem Thema "Familienzusammenhalt in Zeiten der Globalisierung" in Kleve auf der Wasserburg Rindern trafen sich über 130 Teilnehmer. Martha und Gerd Langen aus Amparo in Brasilien, die auch unseren ausgelobten Preis für die weiteste Anreise gewannen, schickten uns einen sehr anschaulichen, fröhlichen Erlebnisbericht über die Tage in Kleve. Alle, die Martha kennen, können sich sicher vorstellen, wie dieser Brief aus ihr "herausgesprudelt" ist. Lassen wir die Preisträgerin nun - weitgehend originalgetreu - selbst zu Wort kommen !

Erlebnisbericht von Martha Langen aus Amparo, Brasilien, vom 1. Oktober 2008

Ein fröhliches "Hallo" für alle, die diesen Schrieb bekommen werden. Und danach kommt erst mal eine lange Denkpause. So--------------------------------------- Womit anfangen? Natürlich mit "Danke schön", richtiger mit vielen, vielen "Danke schöns".

Rundum zufrieden und glücklich kamen wir am 24. September von Deutschland zurück. Und machten "Bilanz". 1. War unsere Reise so, wie wir sie uns vorgestellt hatten? 2. Was hat uns besonders angesprochen? 3. Was waren die Höhepunkte?

Antwort auf Frage 1: War unsere Reise so, wie wir sie uns vorgestellt hatten?

Die erste Frage können wir mit einem ganz klaren "Nein" beantworten, denn der Familientag hat unsere Vorstellungen weit übertroffen. Wir wollen allen, die an der Organisation bzw. an den Vorbereitungen für diese Tage teilgenommen und geholfen haben, echte Anerkennung aussprechen. Das war gekonnte Arbeit! Das jedem ausgehändigte Programm für die Tage war handlich, übersichtlich und komplett. Die zwischengefügten "Hinweise", die Karte und der Lageplan des Hauses erleichterten das Zurechtfinden. Das Haus selbst war wie geschaffen für den Familientag. Die Gast- und Badezimmer freundlich, sauber und zweckmäßig. Die Umgebung mit den Gartenanlagen und dem See wunderschön. Besonders erwähnenswert ist in der heutigen "motorisierten Zeit" wohl auch der weiträumige Parkplatz. Der schlichte, freundlich helle Speiseraum mit den langen Tischreihen erleichterte ein harmonisches "Nebeneinander" und damit Kennenlernen. Das am Büffet angebotene Essen war gesund zusammengestellt, reichhaltig und "lecker". Die Idee, die Anwesenheitsliste gleich mit anzuheften, fanden wir genial, enthob sie uns doch der lästigen Notwendigkeit, zwecks "Identifizierung" stets und ständig die Stammtafel mit herumschleppen zu müssen.

Damit wäre aber auch schon Frage 2 teilweise beantwortet.


Antwort auf Frage 2: Was hat uns besonders angesprochen?

Ganz einfach: Das gesamte Programm, es war bunt, abwechslungsreich und interessant.


Antwort auf Frage 3: Was waren die Höhepunkte?

Es gab eine Menge von Höhepunkten, die uns gleichermaßen ansprachen. Dabei ist die Reihenfolge der Aufzählung keine Bewertung. Die Einführung in das geschichtliche Umfeld Kleves "Qua patet orbis - Soweit der Erdkreis reicht" von drs. Guido de Werd war sehr interessant und brachte selbst in etwa geschichtskundigen "Niederrheinern" wie uns z.B. , eine gänzlich neue Sichtweise. Der Vortrag war sehr gut gebracht und das Script hierzu ist hoffentlich irgendwann erhältlich. Dr. Uwe Becker´s Vortrag über das Hauptthema des Familientages : "Familienzusammenhalt in Zeiten der Globalisierung" sprach das Thema der Jetztzeit an. Dr. Becker referierte eindrucksvoll, wenngleich bei intensiver Recherche das Thema noch weitere Probleme offenbaren würde. Dazu war jedoch auch die Zeit zu kurz. Aber: Wir wurden alle ein bisschen aufgerüttelt, das Thema ist im Gespräch (jedenfalls bei uns) und die Bemühungen um die aufgezeigten Probleme sind sicherlich nicht nur auf "Verbandsebene" schon im Gange. Auch hier interessiert uns das Script sehr, weil es bei Diskussionen im eigenen Familienkreis unterstützen kann. Ebenfalls Höhepunkt: Die Rheinfahrt mit der "Stadt Rees" nach Nimwegen. Welch grandiose Idee. Für uns "Ausländer" zum ersten Mal eine echte "Europaempfindung". Da bringt uns das Schifflein schlicht den Rhein runter, rein nach Holland , so als habe es nie eine Grenze gegeben. Toll. Dann der Weg in und durch die Altstadt Nimwegens , die beeindruckende gotische Stevenskerk und dann - in diesem historischen, wundervollen Rahmen - das Orgelkonzert. Es berührte uns tief und verursachte, ich muss es gestehen, richtige Gänsehaut. Für uns, die Langens aus Brasilien, hatte die Stunde noch eine besondere Emotion bereit, kommt da doch unvermittelt, mir nichts - dir nichts, der Axel Rossberg in die Kirche spaziert. Nun ist ja im allgemeinen nichts Sonderliches dabei, wenn ein Mensch in die Kirche kommt. Aber "unser" Axel, der kleine Junge. Ich denke, es muss wohl an die 30 Jahre her sein, dass er zuletzt mit Eltern und Bruder Wolfgang bei uns in Brasilien war. Wir haben uns sehr gefreut. Auch die Rückfahrt nach Kleve mit den Erläuterungen des ortskundigen Dr. Smit durch die typische Niederrheinlandschaft war ein Erlebnis. Und am Abend noch ein Höhepunkt, ganz anders, aber nicht minder ergreifend. Das kleine "familieneigene" Konzert. Wir haben in der Halle auf der Treppe gesessen und zugehört. Für mich hätte das Quartett noch stundenlang weiterspielen können, so schön war es. Eindrucksvoll der Gottesdienst am Sonntag mit Chorgesang und Orchester. Es wundert uns immer wieder, wie dieser Gert Lueken es fertig bringt, in knappster Zeit nicht nur ein kleines Orchester, nein, auch noch eine mehrstimmige Singegruppe zusammenzustellen. Das ist schlichtweg verblüffend.

Später am Abend bat mich irgendwer, ich glaube es war Rosemarie Rossberg, etwas über die Behindertenschule in unserer Stadt Amparo zu erzählen, was ich gerne tat, um so mehr, als ich die ehrenamtliche Direktorin dieser Einrichtung wirklich bewundere. Sie, die in guten Verhältnissen lebt und sich gute Tage machen könnte, arbeitet seit Jahren mit Umsicht und viel persönlichem Einsatz für die armen behinderten Kinder und kämpft wie eine Löwin für die Verbesserung dieser Schule. Wer beschreibt meine Überraschung, als plötzlich jemand einen Regenschirm rumgehen ließ und eine Kollekte machte. Unter reger Beteiligung der Anwesenden und unter sachkundiger "Oberaufsicht" von dem ewig aktiven Gerhard Weck wurde das Geld gezählt, es waren genau 640,00€, und wir bekamen es in die Hand gedrückt zur Weitergabe an Dona Maria Josefa zur Verwendung bei der Fertigstellung der Sportstätte für die Behinderten!!! Tatsächlich habe ich aber der Direktorin 641,00 € überreicht. Dieser eine Euro hat eine besondere Geschichte, die es wert ist, erzählt zu werden: Während des Mittagessens am Sonntag kommt der kleine Niklas Wilberg an unseren Tisch und streckt mir die Hand hin, in der ein Euro liegt: "Für die armen Kinder in Brasilien". Er hatte den einen Euro irgendwo gefunden und war eigentlich selig, dass er ihn hatte. Aber seine Großmama erzählte ihm von den behinderten Kindern und ihrer Bedürftigkeit, von Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft, und da überwindet sich der kleine Kerl doch tatsächlich und überreicht mir diesen Euro. Beiden, dem kleinen Niklas und seiner Oma, herzlichen Dank und ein Lob!

Um meinen Bericht über den Familientag hier abzuschließen, fehlt eigentlich nur noch eins: Unsere Anerkennung und unseren Dank auszusprechen. Das war eine reife Leistung. Wer auch immer die Organisationstalente gewesen sein mögen, sie verdienen ein dickes Lob.

Gestern habe ich der strahlenden Dona Maria Josefa das Geld überreicht. Leider war ich zu einer ungünstigen Zeit da und konnte nicht fotografieren. Danksagung an den Familienverband, Quittung und Fotos werden erst zu Ende der kommenden Woche abgeschickt werden können, alldieweil die Zeitungsnotiz über die empfangene Gabe erst in die nächste Ausgabe vom 12.10.08 kommen kann. (Die örtliche Zeitung erscheint nur wöchentlich).

Bis dann denn! Mit vielen herzlichen Grüßen und nach Landessitte auch mit
"beijos e abracos" und ebenfalls von Gerd

Eure Martha Langen


Anmerkung des Langenschen Familienverbandes zur Höhe der Spende an die Behindertenschule in Amparo, Brasilien

Die Leitung des Verbandes hatte mit einer Zusage auf dem Familientag, € 250,- aus der Verbandskasse zu spenden, den Gesamtbetrag noch erhöht. Hinzu kommt noch der Betrag des ausgelobten Gewinns von € 100,- , auf den Gerd und Martha verzichteten. Es konnten somit der Behindertenschule insgesamt fast € 1000,- übergeben werden.

Ein Bericht in der lokalen Presse vom 10. Oktober über die erste Geldübergabe durch Martha und Gerd an die ehrenamtliche Verwaltungsdirektorin Maria Cassiano wurde dem Familienverband zugeschickt. Auch erhielten wir ein Gästehandtuch als kleines Präsent. Wir werden es gut aufheben und vielleicht auf dem Familientag 2010 versteigern.

Vorstandswahlen

Auf der Mitgliederversammlung am 19. September wurde Sonja Bechstein aus Stamm V neu in den Vorstand des Familienverbandes gewählt.

Luftballonwettflug

Viel Freude machte auch der Wettflug von etwa 100 Luftballons. Am Freitagabend (19. September) ließen die Teilnehmer diese auf ein Kommando vom Parkplatz der Wasserburg in Richtung Südwesten starten. Jeder Teilnehmer hatte seinen Namen auf einer anhängenden Postkarte vermerkt. 13 Ballons wurden gefunden und die Karten an den Familienverband zurückgesandt: Sie kamen aus Holland, Belgien, Luxemburg und eine sogar aus Frankreich in der Nähe von Lyon. Einzelheiten zum Ballonflug könnt Ihr unserer Homepage entnehmen !

Vortrag zum Hauptthema "Familienzusammenhalt im Zeitalter der Globalisierung"

Den Vortrag hielt Dr. Uwe Becker, Direktor und Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche im Rheinland. Der Vortrag wurde am Samstagvormittag (20. September) im Festsaal des "Museum Kurhaus Kleve" gehalten. Wir haben das Manuskript bereits an mehrere Interessenten, die sich mit einer E-Mail oder telefonisch gemeldet hatten, versandt. Zum Nachlesen, Diskutieren und Weitergeben werden wir gerne viele weitere Exemplare verschicken. Außerdem kann der Text unter "Familientag 2008" in unserer Homepage abgerufen werden.

Gottesdienst am Sonntag (21. September) in der Kapelle der Wasserburg

Den Gottesdienst hielt mit uns Pfarrer Wolfgang Armbrüster ( VII b 5-3). Seiner Predigt legte er den Text aus Epheser 5, Verse 14 bis 20 zugrunde. Die Predigt kann hier nachgelesen werden. In einer Kollekte hatten wir einen Betrag von 488,10 € gesammelt für Familien bei Hebron in Palästina, zu denen Wolfgang einen ständigen Kontakt pflegt. Er teilte uns dazu Folgendes mit: "Am 3. Oktober erhielt ich aus Palästina eine bewegende Dank-SMS mit der Bitte um Weitergabe des Dankes."

Fotos vom Familietag

Das Gruppenbild am Schiffsanleger in Nimwegen und viele weitere Bilder können in der Homepage angesehen werden. Abzüge einzelner Bildern können bei uns bestellt werden.


Kurzmeldungen - Kurzmeldungen

Familientag 2010

Der nächste Familientag soll in Thüringen - in der Mitte Deutschlands - zwischen Eisenach und Erfurt stattfinden. Der Familienverband hat die "Tagungs- und Begegnungsstätte Zinzendorfhaus" in Neudietendorf sowie das kleine Hotel "Alter Hof" (direkt neben der Akademie) für das Wochenende vom 1. bis 3. Oktober 2010 fest gebucht. Zur Erinnerung: Der 3. Oktober 2010 ist der 20. Jahrestag der Deutschen Einheit !

Broschüre der Auslandsbriefe zum Thema des Familientages 2008

Die Verwandten im Ausland waren gebeten worden, in Briefen über ihr dortiges Leben und ihre Erfahrungen zu berichten. In einer Ausstellung während des Familientages wurden die eingegangenen Berichte gezeigt. Es wird jetzt hierüber eine Broschüre zusammengestellt werden, die demnächst beim Familienverband zu beziehen sein wird. Die Kosten pro Stück werden etwa 13,50 € (zzgl. Versandkosten) betragen.

Mitgliedsbeitrag

Zur Zahlung der Mitgliedsbeiträge sind Überweisungsträger beigelegt. Der Jahresbeitrag beträgt mindestens 16,00 € für Erwachsene und 3,00 € für Schüler und Studenten.

Über jedes neue Mitglied freuen wir uns !


Vorstand und Familienrat wünschen allen Verwandten
Fröhliche Weihnachten und ein Gesegnetes Jahr 2009!



Eure
Hermann Langen            Benita Langen

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